Eichen dominiert bei den Deutschen Meisterschaften

Nach 33,29 Sekunden stoppte die Uhr auf dem Rasen im Waldstadion Dagersheim in Böblingen. Es folgte ein kurzes Bangen, während die Schiedsrichter die Übung abnahmen. Dann rissen die Wettkämpfer der 1. Herrenmannschaft der Feuerwehr Eichen die Arme in die Luft. Denn sie wussten: Mit dieser fehlerfreien Zeit im Löschangriff sind sie Deutscher Meister in den traditionellen Feuerwehrwettbewerben. Gleichzeitig konnten sie das Ticket für die Weltmeisterschaft 2026 im österreichischen Eisenstadt lösen.

Es sollte nicht der einzige Erfolg an diesem Samstag im Juli bleiben. Schon kurz zuvor wurde die Frauenmannschaft mit einer Zeit von 42,27 Sekunden ebenfalls Deutscher Meister. Als drittes und letztes ging die 2. Herrenmannschaft ins Rennen. Die junge Truppe, von der viele erstmals bei einem großen Bewerb an den Start gingen, erreichte mit einer Zeit von 37,62 Sekunden am Ende den vierten Platz und qualifizierte sich damit ebenfalls für die nächste Weltmeisterschaft. 

Die Bewerbe im „Ländle“ waren in vielerlei Hinsicht historisch: Zum ersten Mal seit 40 Jahren schickt die Feuerwehr Eichen wieder zwei Männermannschaften in der Klasse A zu einer Weltmeisterschaft, was bisher keiner anderen deutschen Feuerwehr gelang. Zugleich bedeutet der gleichzeitige Triumph der Frauen und Männer insgesamt die Meistertitel 9 und 10 für Eichen. Und erstmals in der Geschichte des Deutschen Feuerwehrverbandes qualifizierten sich drei Teams einer einzelnen Feuerwehr für die WM.

Für die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer aus Eichen fand damit eine lange Saison das erhoffte glückliche Ende. Noch vor drei Jahren hatte es, bedingt durch Verletzungen und Umstellungen in der Mannschaft, mit der Titelverteidigung im thüringischen Mühlhausen nicht geklappt. Nun geht der Titel zurück nach Hessen. In den Wochen zuvor hatten die Eicher Gruppen bereits alle anderen nationalen Wettkämpfe gewonnen, auf denen sie antraten.

Vor Ort in Böblingen sorgten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kuppingen während der vier intensiven Tage sowohl für Schlafplätze und Verpflegung als auch für den kameradschaftlichen Zusammenhalt. Ein gemeinsamer Teamabend und eine Kajaktour auf dem Neckar am Vortag des Bewerbs halfen den Eicher Männern, den Kopf vor dem wichtigsten Tag der Saison frei zu bekommen. Das sollte sich auszahlen.  

Am Ende hätte es sogar noch historischer werden können. Im Halbfinale des auf die regulären Wettkämpfe folgenden 3-Löwen-Pokals des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg beendete die 1. Mannschaft den Löschangriff in 29,2 Sekunden. Das sorgte für ein Raunen im Stadion, denn die Zeit lag fast eine Sekunde unter dem bisherigen deutschen Rekord. Leider standen nach der Abnahme 10 Fehlerpunkte zu Buche, weshalb es am Ende doch (noch) keine neue Rekordzeit gab.

Dennoch konnten die Eicher Wettkämpfer bestätigen, dass sie zu Recht neue Deutsche Meister sind. Nun richten sich alle Blicke auf die WM in Österreich im kommenden Juli. Denn dort wollen sowohl die Männer als auch die Frauen wieder weit oben landen – und weiter Geschichte schreiben.